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Rechtsgebiete

Unser Recht wird immer komplexer. Ich setze deshalb auf Spezialisierung und arbeite nur in ausgewählten Bereichen des Sozialrechts. Es gilt, den Leistungsträgern auf der Gegenseite möglichst auf Augenhöhe zu begegnen. Bei der Deutschen Rentenversicherung, den Landes- oder Versorgungsämtern oder den Berufsgenossenschaften handelt es sich jeweils um gut ausgestattete Fachbehörden, die sich ausschließlich mit ihren Spezialmaterien auseinandersetzen. Eine konsequente anwaltliche Spezialisierung hilft dabei, unrichtige bzw. unzureichende Entscheidungen abzuändern. Ich konzentriere meine Tätigkeit daher auf die nachfolgenden Schwerpunkte:

Behinderung

Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen können das Vorliegen einer Behinderung und den Grad der Behinderung (GdB) behördlich feststellen lassen.

Ab einem GdB von 50 liegt eine Schwerbehinderung vor und es kann ein Schwerbehindertenausweis ausgestellt werden. Dessen Bedeutung nimmt stetig zu. Er ist vielfach der Schlüssel für einen frühzeitigen und gleitenden Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand (Altersrente für Schwerbehinderte Menschen), er hilft Steuern zu sparen, begründet zusätzliche Urlaubsansprüche und kann vor Kündigung schützen.

7,6 Millionen schwerbehinderte Menschen leben in Deutschland. Das sind nahezu 10% der Gesamtbevölkerung. Jährlich werden etwa 2 Mio. Anträge auf Feststellung einer Behinderung gestellt. Um diese Antragsmenge bewältigen zu können, müssen die Behörden „nach Aktenlage“ arbeiten. Eine Untersuchung des Betroffenen erfolgt nur im Ausnahmefall. Die behördlichen Feststellungen zur Höhe des Grades der Behinderung entsprechen auch deshalb vielfach nicht dem tatsächlichen Ausmaß der behinderungsbedingten Einschränkungen. Der im Bescheid ausgewiesene GdB bleibt häufig hinter den Erwartungen des Betroffenen zurück. Die entsprechenden Begründungen wirken formelhaft.

Eine solche unzureichende Entscheidung können Sie innerhalb eines Monats, nachdem Ihnen der Bescheid bekanntgegeben worden ist, mit einem Widerspruch anfechten. Jetzt gilt es, die vorhandenen gesundheitlichen Einschränkungen im Einzelnen herauszuarbeiten und unter Berücksichtigung der „Versorgungsmedizinischen Grundsätze“ aufzuzeigen, dass die bisherige Entscheidung Ihren Beeinträchtigungen nicht gerecht wird.

Achtung! Wenn die Behörde Ihren Grad der Behinderung herabzusetzen will oder dies bereits getan hat, sind wichtige Besonderheiten zu beachten.

Ich berate und vertrete Sie u.a., wenn die Verwaltung

  • die Höhe Ihres GdB zu niedrig feststellt
  • Ihre Anerkennung als Schwerbehinderter ablehnt
  • beantragte Merkzeichen (z.B. „G“ oder „aG“) nicht gewährt
  • Ihren Grad der Behinderung herabsetzen will
Arbeitsunfall

Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten fallen unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Werden sie vom zuständigen Unfallversicherungsträger (z.B. Berufsgenossenschaft, Gemeinde-Unfallversicherungsverband, Feuerwehr-Unfallkasse) anerkannt, können Ansprüche z.B. auf Heilbehandlung oder Verletztengeld und nicht zuletzt auf Rentenleistungen entstehen. Unfallrenten können auf unbestimmte Dauer und damit ein Leben lang gewährt werden. Dementsprechend groß ist ihre wirtschaftliche Bedeutung. Eine Unfallrente kommt ab einer Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) von 20 v.H. in Betracht.

Die Unfallversicherungsträger verneinen eine Leistungspflicht häufig mit der Begründung, die geltend gemachten Gesundheitsschäden seien nicht auf den Arbeitsunfall, sondern vielmehr auf einen „Vorschaden“ zurückzuführen. Oder aber sie stellen eine MdE von weniger als 20 v.H. fest. Nicht selten stützen umfangreiche ärztliche Gutachten die Auffassung der Leistungsträger. Soll die negative Entscheidung mit Aussicht auf Erfolg angegriffen werden, sind an dieser Stelle komplexe medizinische und juristische Fragen zu beantworten. Es kommt jetzt auf den Nachweis an, dass Ihr Gesundheitsschaden ursächlich auf Ihren Arbeitsunfall zurückzuführen ist.

Unfälle aber auch andere belastende Ereignisse im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit können neben körperlichen auch erhebliche psychische Schäden zur Folge haben. Die Anerkennung von Traumafolgestörungen (z.B. posttraumatische Belastungsstörung) wird von den Unfallversicherungsträgern regelmäßig mit Vehemenz abgelehnt. Zur Begründung wird auf unfallunabhängige Belastungen aus der Vergangenheit verwiesen. Auch hier sind schwierige Kausalitätsfragen zu klären, nur mit dem Unterschied, dass den Betroffenen häufig die Kraft fehlt, den Ablehnungsbescheid anzufechten.

Ich berate und vertrete Sie u.a., wenn der Unfallversicherungsträger

  • die Anerkennung eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit ablehnt
  • die Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) zu niedrig ansetzt
  • es ablehnt, einen körperlichen oder seelischen Schaden als Folge eines Arbeitsunfalls anzuerkennen
Erwerbsminderung

Wirken sich gesundheitliche Beeinträchtigungen so intensiv auf das Leistungsvermögen der Betroffenen aus, dass eine Erwerbstätigkeit nicht mehr regelmäßig ausgeübt werden kann, steht die Gewährung einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit im Raum. Jährlich gehen rund 400.000 Anträge bei der Deutschen Rentenversicherung ein. Nur jeder zweite dieser Anträge führt zu einer Rentengewährung. Die andere Hälfte der Rentenantragsteller geht leer aus.

Renten wegen Erwerbsminderung kommen allein wegen körperlicher Gesundheitsstörungen immer seltener in Betracht. Basiert die Leistungseinschränkung im Wesentlichen z.B. auf orthopädischen Erkrankungen, werden die Betroffenen vielfach auf die Ausübung „körperlich leichter Tätigkeiten“ verwiesen. Um einen Rentenanspruch durchzusetzen, müssen daher regelmäßig (auch) psychische Störungen vorliegen. Dies führt dazu, dass es häufig Gutachten auf neurologisch-psychiatrischem Fachgebiet sind, die letztlich darüber „entscheiden“, ob eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit gewährt werden kann.

Doch wie ist mit entsprechenden (negativen) Gutachten umzugehen? Für medizinische Laien ist ihr Inhalt häufig kaum verständlich. Insbesondere kann nicht „herausgelesen“ werden, warum der Sachverständige trotz nachgewiesener psychischer Erkrankung noch von einem ausreichenden Leistungsvermögen ausgeht.

In der Auseinandersetzung gegen die Deutsche Rentenversicherung kommt es darauf an die erstellten Gutachten zu verstehen, sie quasi zu entschlüsseln. Ist die Leistungsbeurteilung des Sachverständigen nachvollziehbar? Sind alle leistungsmindernden Aspekte der (psychischen) Erkrankungen berücksichtigt?

Nur auf dem Boden einer genauen Analyse der gutachterlich erhobenen Befunde ist die Durchsetzung ihres Anspruchs auf Rente wegen Erwerbsminderung im Widerspruchs- oder Klageverfahren möglich.

Ich berate und vertrete Sie u.a., wenn

  • die DRV die Gewährung einer Rente wegen Erwerbsminderung o d e r
  • Ihren Antrag auf Weiterzahlung einer befristeten Rente ablehnt
  • ein Gutachten für Sie nicht nachvollziehbar ist
  • Sie eine Einschätzung benötigen, ob ein Rentenantrag Aussicht auf Erfolg bietet